06 Juli 2015

06.07.2015


Schreibfaul? Nein! Sicher nicht!
Aber wir haben sonst immer viel zu tun. Fahrräder putzen, ölen, schmieren, Schrauben nachziehen, Leute, es gibt immer etwas zu tun. Dann ist unsere „Rad freie“ Zeit auch ausgelastet mit der Tourenplanung. Richtig, einfach Richtung Süden. Geht aber nicht immer. Die Etappenlängen müssen auf die Unterkunftsmöglichkeiten abgestimmt werden.

Zum Teil fahren wir auf stark befahrenen Strassen. Nach Möglichkeit verlassen wir diese aber sehr schnell und gerne wieder. Wir werden zum Teil mit recht knappen Abstand überholt und wir vermissen auch die Shoulders. Meistens hat es neben der Fahrbahnmarkierung nur noch einen asphaltierten Streifen von ca. 30 cm. Zudem hat es tief eingefräste Querrillen, die die Auto- und Truckerfahren wecken sollten, wenn sie auf diese Rillen kommen. Kommen wir mit unseren Rädern in diese Rillen, dann schüttelt es gewaltig und wir erhalten eine gratis Tiefenmassage.

Wir haben South Carolina bereits verlassen und sind nun in Savannah (Bundesstaat Georgia) und werden den morgigen Ruhetag geniessen. Wobei eine kleine Reparatur steht noch an. Den letzten Kilometer musste Silvia heute ohne Vorderbremse fahren da eine Bremsbacke abgebrochen ist. Zum guten Glück haben wir Ersatzmaterial mitgenommen. Fachgeschäfte mit Fischerutensilien gibt’s „am Meter“, aber einen vernünftigen Fahrradladen haben wir noch nicht gefunden.

03 Juli 2015

03.07.2015

RIOZ Brazilian Steakhouse

Gestern Huhn mit Nudeln heute das Feinste vom Feinen.
Nach einem strengen Tag landeten wir in Myrtle Beach. Heute hatten wir alles. Regen, bedeckter Himmel und Sonnenschein. Auf abgelegene Strassen fuhren wir durch Wälder und vorbei an grossen Feldern.
 
Richtung der Stadt Myrtle Beach wurde der Verkehr immer dichter und wir mussten auf mehrspurigen, leider sehr dichtbefahrenen Strassen, logisch immer schön rechts, einige Kilometer fahren.
Da die heutige Unterkunft fast im Zentrum ist, hatten wir dementsprechend eine grosse Auswahl an Verpflegungsmöglichkeiten. Spontan entschieden wir uns für RIZO. Nachdem uns Heriberto die Bestellregeln erklärt hatte, ging’s los. Wir bekamen zwei Plaketten. Auf der einen Seite grün, auf der anderen Seite rot. Wenn man Nachschub wollte, dann musste man die Plakette von rot auf grün umkehren.
 
 Innert wenigen Sekunden standen Kellner mit verschiedenen Fleischstücken, aufgespiesst an langen Säbeln, am Tisch, und man konnte auswählen, Steak, Huhn, Filet, Braten, Lamm, Bratwürste und und und. Einfach bis man genug hatte! Natürlich fehlte es auch nicht an leckeren Beilagen vom Buffet. Wir hatten Zeit und dementsprechend nahmen wir kleine Portionen. Wir waren eine gute Stunde in diesem Grillrestaurant. In dieser Zeit haben wir sicher zweimal neue Tischnachbarn bekommen. Ich glaube, die Amerikaner kennen nur Fastfood und nicht Slowfood.

02 Juli 2015

02.07.2015


Nicht verwöhnt
Wir haben ein einfachen Grundsatz: geniesse es wenn du es hast, jammere nicht, wenn du es nicht hast. Sei das mit dem Essen, der Unterkunft oder dem Gegenwind.

Bis anhin konnten wir unsere Tourenplanung so einteilen, dass wir immer in Holiday Inn übernachten konnten. Da finden wir immer ein gutes und preiswertes Angebot. Das Holiday Inn Konzept ist wie für uns zugeschnitten: Saubere, gute Übernachtungsmöglichkeiten mit Frühstück. Was wollen wir mehr?
Bei der Planung für die heutige Etappe haben wir gesehen, dass es in Smith NC ein Holiday Inn gibt. Da wir auch noch einen Teil mit der Fähre fahren mussten, wählten wir bewusst nicht eine allzu grosse Strecke.

 
 
Ca. 10 km vor Smith NC schaltete ich mein GPS um und hoffte, dass ich bei der Unterkunftsauswahl das Holiday Inn finde. Aber es blieb bei der Hoffnung.

Wir entschieden uns weiter auf der Strasse 211 zu fahren, denn gestern haben wir bei Google-Maps ganz klar gesehen, dass auf dieser Strecke ein Holiday Inn ist. Zudem wurde die Reservation per e-mail bestätigt. Tatsächlich, an einer Kreuzung (Niemandsland / Niemandsland) steht ein nigel-nagel-neues Gebäude. Scheinbar ist auch ein GPS-Update fällig!

Beim Check-in fragten wir, wo wir in der Nähe etwas essen können. Sure, 4 Meilen Richtung Beach, oder wieder zurück nach Southport. Sicher nicht! Die Tankstelle nebenan hat nicht nur Gas, Benzin und Diesel im Angebot. Heute gibt‘s zum z’Nacht ein Fertiggericht. Ich konnte wählen zwischen Nudeln mit Huhn oder Huhn mit Nudeln.
Alle Zimmer sind mit einem Mikrowellengerät ausgerüstet. Innert Minuten hatten wir eine feine Gemüsesuppe und Huhn mit Nudeln. Eine gute Klimaanlage und die Lüftung sorgt dafür, dass wir heute Nacht nicht in der Küche schlafen müssen.
 
Sicher werde ich von einem frischem Salat, Steak und Potato träumen!


 

01 Juli 2015

01.07.2015


GAU
Wie sehr man abhängig ist von der Technik, erlabt man genau dann, wenn die Technik aussteigt. Wir verlassen uns seit Jahren auf das Garmin GPS. Kombiniert mit der Software für die Routenplanung  auf dem Tablet, wirklich eine sehr gute Sache. Gestern führen wir abseits der Hauptstrassen durch schöne Gegenden und Wälder. Plötzlich hatte ich auf dem GPS kein Bild mehr.

Was nun?

Anhalten, ausschalten, auf 10 zählen, einschalten. Nichts!
Neuer Versuch. Wieder nichts!

Sind wir in einem GPS-Loch oder im Niemandsland? Kurz vorher sind wir an einer Warntafel, dass hier ein Militär-Übungsgelände ist, vorbeigefahren. Hat es da eventuell Störsender? Ist das die Lösung? Zum Guten Glück hatte ich vorher den Streckenverlauf für die nächsten ca. 20 km angeschaut. So wusste ich, dass wir ca. 4 bis 5 km Richtung N fahren müssen, dann links abbiegen Richtung W und dann sollten wir irgendwie nach Wilmington NC kommen.
Zum guten Glück hatten wir auch  noch eine brauchbare Strassenkarte dabei. Guten Mutes fuhren wir weiter. Aber wie finden wir unsere reservierte Unterkunft?

Eine Frage wollte mir nicht aus dem Kopf: Habe ich gestern Abend das GPS geladen, oder nicht? Ist die Batterie einfach leer? Nach gut einer Stunde fuhren wir in einen grösseren Vorort von Wilmington NC. Bald fanden wir einen Supermarkt, eine Tankstelle und eine Fastfood-Bude. Genau das was die Amerikaner auch machen, machten wir auch. Ausgerüstet mit einem Stromadapter und dem Ladegerät suchten wir eine Steckdose.


Und siehe da! Die Anzeige auf dem Display: Ladezustand der Batterie: 0 %.

Eine willkommene aber ungeplante Pause von ca. 30 Minuten und unser GPS war wieder geladen.

Früher machten wir doch auch grosse Velotouren, ohne GPS, und es hat funktioniert. Das waren noch richtige Abenteuerfahrten. Heute fast nicht mehr denkbar. Sind wir schon so verwöhnt und von der Technik abhängig? Oder einfach „Warmduscher“ und „Beckenrandschwimmer“?
Kommen wir von der Arbeit, oder gehen wir an die Arbeit?

29 Juni 2015

29.06.2015


Noch schnell an den Beach
Heute war eine kurze Tagestappe geplant. Rechtzeitig bezogen wir unsere Unterkunft, versorgten unser Gepäck und wollten noch schnell an den nahegelegenen Beach fahren.

Tagesziel erreicht

Der Weg führte uns über eine hohe Brücke.
 
Aussicht von der Brücke Richtung Atlantik
Rechtskurve, links abbiegen und wir standen wieder am Atlantik.
 
Herrlicher Sandstrand, Kilometer lang, vereinzelte sonnenhungrige Leute.
Wir hatten auch Hunger und uns vorgestellt, irgend in einem kleinen Strandbeizli ein kühles Getränk und wenn es dann sogar noch eine Melone oder Pizza dazu gäbe, dann wären wir wohl im Traumland. Aber weit und breit keine Strandbeiz! Wir fuhren weiter und hofften, dass wir irgendwo etwas finden. Nach ca. zwei Kilometer machten wir den nächsten Versuch. Erfolglos! Nach 10 (!!) Kilometer, entlang dem Strand und vorbei an sehr schönen Strandhäusern kam endlich ein Mini-Market. Wenigstens das, denn weit und breit weiterhin keine Strandbeiz in Sicht. Dieses Getränk haben wir uns wirklich verdient! Richtig, wir müssen ja wieder zurückfahren.
Weit und Breit keine Strandbeiz
Auf der Rückfahrt kamen wir wieder an einem Obst- und Gemüsestand vorbei. Vorhin hatten wir den noch grosszügig ignoriert, wenn wir suchten ja ein Strandbeizli und nicht einen Obst- und Gemüsestand.
Aber hallo, da wurden wir mit frischen Pfirsichen, Fruchteis und einem kühlen Getränk verwöhnt. Leider war die Sicht, trotz bequemen Campingstühle, auf den Beach durch eine Reihe Strandhäuser verdeckt. Zwischendurch hatte Vanessa, die Farmersfrau, Zeit für einen kurzen Schwatz. Schnell machte sie von uns ein Foto und schrieb einen kurzen Bericht, mit einem Link auf unseren Reiseblog, auf Facebook.
bei Vanessa

28 Juni 2015

28.06.2015


Gute Aussichten
Gemäss Wetterprognose sollten wir nun wieder nur schönes Wetter haben. Wir hatten nun zwei Tage starken Gegenwind begleitet von heftigen Gewittern.
Gestern fuhren wir dunklen Wolken entgegen, oder wie man es auch verstehen kann, der Wind schickte uns mit grosser Geschwindigkeit Regenwolken. Die entgegenkommenden Autos hatten das Abblendlicht eingeschaltet und die Scheibenwischer winkten uns zu.

Und dann kam eine Wasserfront. Innert Sekunden waren wir einfach „Pflotsch nass“!

Möglichkeiten um irgendwo ans Trockene zu gehen waren kein vorhanden und es war sowieso zu spät. Vorher wurden wir von innen nass, jetzt zusätzlich auch noch von aussen.

Ich hatte schon oft davon geträumt, wie schön es wäre, ein kleiner, abkühlender  Nieselregen. Das war aber nun eine warme Power-Dusche! Nach ca. fünfzehn Minute war der Spuk vorbei und wir waren bald bei unserer Unterkunft.

Und dann ging ein Gewitter los. Uns war das egal, wir waren wohl ganz nass, aber am Trockenen. Da wir in der Unterkunft eine Guest Laundry benutzen durften, waren die Kleider schnell gewaschen und wieder getrocknet.

26 Juni 2015

26.06.2015


Donner und Blitz

Mit einem heftigen Gewitter wurden wir heute Morgen geweckt. Donner, Blitz, Regen und das in sehr grosser Menge. Blitze zuckten und schlugen in der Nähe ein, ohrenbetäubendes Donnergrollen und Wasser, Wasser, Wasser. Innert Minuten war der Vorplatz unserer Unterkunft knöcheltief unter Wasser. Da wir heute nur eine Fahrt mit der Fähre und ca. 30 Velokilometer auf dem Programm hatten, schlichen wir uns nochmals ans Trockene. Allmählich verzog sich das Gewitter aber das Wasser blieb liegen.

Um 09:00 Uhr fuhren wir los zur Fähre. Nach wenigen Metern waren die Schuhe nass. Wir achteten sehr darauf, dass weder Tretlager, Radlager, Speichendynamo noch Rohloffnabenschaltung ins Wasser kamen, das heisst, wir fuhren in der Mitte der Strasse. Entgegenkommende Autos warteten vor den Pfützen bis wir wieder auf unserer Spur waren, nachfolgende Autos nahem auch sehr Rücksicht auf uns.

Rechtzeitig standen wir vor der Fähre nach Ocracoke und hatten noch Zeit für Kuchen und Kaffee.

Mittlerweile verzogen sich die Gewitterwolken und die Sonne schien.

Viele nette Leute sprachen uns an, begutachteten unsere Fahrräder und das Gepäck. Besonders beeindruckt waren sie von dem Brookssattel, von der Sasuntour NCX-Sattelstange und von unseren Ortlieb Waterproof Gepäcktaschen. Swisshandmayd by AARIOS (bei AARIOS haben wir vor x-Jahren unsere Fahrräder gekauft), waau, das machte Eindruck!

Ein Vater erzählte von einer Radtour die er zusammen mit seiner Tochter gefahren ist.
Mark interessierte sich sehr für unsere Radtour. Gerne gaben wir ihm unsere Blog-Adresse. Bevor wir Mitte August wieder zurück fliegen, werde ich bestimmt nochmals von diesem Mark berichten. Hoffentlich klappt es!

Am frühen Nachmittag bezogen wir bereits wieder unsere neue Unterkunft. Bei einem Spaziergang durch Ocracoke sahen wir viele Pelikane, verfehlten den Ice Creme Stand nicht, tranken Kaffee am Strand und kamen an der Fähre vorbei die uns Morgen nach Cedar Island bringen wird. Dann sind wir wieder auf dem Festland.
So wie der Tag begonnen hat, so geht er auch wieder zu Ende. Donner, Blitz, aber nicht so viel Regen.